Das britische Pfund hat einen echten Schwächeanfall erlitten und damit auch am Anfang der Woche den Euro als Währung richtig unter Druck gesetzt. Dass die britische Wirtschaft sich in einer tiefen Krise befindet, ist wohl kein Geheimnis mehr und so sind die Investoren inzwischen auf recht genervt von der Aussicht, noch länger auf eine Erholung der britischen Wirtschaft zu warten. Für Europa ist das überhaupt nicht positiv, erklären die Händler an der Frankfurter Börse.

Analysten haben noch eine weitere Vermutung, und die liegt darin, dass die Amtseinführung von Obama dem US-Dollar zu einem echten Aufbruch verhilft und damit dem Euro noch weitere Probleme bereitet. Der Euro erlebte jedenfalls am Tag der Amtseinführung, am Dienstag, schon einen Absturz am deutschen Markt und erreichte einen Stand von 1,2950 US-Dollar. Am Vorabend hatte er noch einen Wert von 1,31 US-Dollar, was die Vermutungen der Analysten eher unterstützt.

Und das Pfund Sterling erlebte einen echten Einbruch gegenüber dem US-Dollar und stürzte gleich um 3,6 Prozent ab – so tief wie seit über sieben Jahren nicht mehr – 1,3912 US-Dollar waren das Ergebnis. Am Abend vor der Amtseinführung von Barack Obama hatte das Pfund dagegen noch einen Wert, der bei 1,4451 US-Dollar lag. Zum Pfund konnte der Euro aber etwas zulegen – nämlich von zuvor 90,55 Pence auf 93 Pence.

Dass der Kurs des Pfund richtig schwächelt, das sehen die Händler am Markt im Zusammenhang mit den Bankenwerten in London, die derzeit auch zusammenfallen. Die Aktien von Lloyds erlebten zeitweilig sogar einen Sturz um 50 Prozent und hier sehen die Händler eine echte Vertrauenskrise gegenüber den Banken als Hintergrund. Auch der Anstieg vom ZEW-Konjunkturindex für Deutschland konnte dem Euro aber keinen echten Auftrieb verleihen.

An den Märkten spricht man im Moment von einem echten Obama-Effekt. Fast kann schon angenommen werden, dass der US-Präsident die Wirtschaftskrise bzw. deren Bekämpfung als oberstes Ziel seiner Aufgaben nach der Einführung in sein Amt. Obama poliert das Image des Landes richtig auf und mit dieser Aufwertung durch den neuen US-Präsidenten gewinnt auch der Devisenmarkt. Dabei stellen Experten klar, dass es eben nicht der dauerhaft feste US-Dollar ist, der die US-Wirtschaft effektiv unterstützt.

Der Bund-Futures FGBL/C1 konnten sich am Rentenmarkt bei 125,18 Punkten einpendeln. Und die zehnjährige Bundesanleihe, die dem Bund-Future zugrunde liegt, konnte im Verlauf etwas anziehen. Die Rendite verschob sich von zuvor 2,991 Prozent auf nunmehr 2,981 Prozent. Dagegen fielen die britischen Staatsanleihen, die zehnjährig sind, um 103 Ticks und erreichten damit einen Wert, der bei 111,20 Punkten lag.

Die Staatsanleihen von Griechenland und Spanien gaben auch nach und so dehnten sie die Renditeabstände zwischen den Anleihen dieser Länder und denen der Euro-Zone, die als richtungsweisend gelten, dann deutlich stärker aus.

Anleger befürchten jetzt, dass die Abstufung der Kreditwürdigkeit von Griechenland und Spanien langfristig auch eine Abstufung durch die Ratingagenturen für die anderen Länder der Euro-Zone nach sich ziehen könnten.

Die Umlaufrendite für börsennotierte öffentliche Anleihen, die von der Bundesbank im Tagesrhythmus errechnet wird erlebte einen Sturz von zuvor 2,93 Prozent auf nunmehr 2,91 Prozent.

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22. Januar 2009