Anleger sind ja häufig einmal geneigt, nicht nur den aktuellen Tendenzen, sondern auch Trends bei den Anlegern, dass hier gern auch einmal einer Legende ausgesessen wird hinsichtlich der Anlage. Eine aktuelle Nachricht, die das Verhalten der Anleger tatsächlich zu beeinflussen scheint, ist aber offenbar die aus den USA.

Da gibt es nämlich klare Ansichten hinsichtlich der Entwicklungen in den USA bzw. der daraus resultierenden Entwicklung des US-Dollar. Tatsache ist ja, dass die USA als eines der ersten Länder in die Rezession hineingeraten ist. Wirklich entschlossen scheinen auch die Entscheidungen der Politik und der Fed zu sein, die USA aus dieser Krise wieder schnellstmöglich herauszuführen. Und die Annahme, die aus dieser Entwicklung resultiert, geht bei den Anlegern nun tendenziell dahin, dass somit die USA wohl auch als erste wieder aus der Krise herausfinden. Dass aber im Euro-Raum die Entscheidungen der Geldpolitik und auch der Fiskalpolitik etwas zaghafter ausfallen, lässt nun die Vermutung aufkommen, dass der Euro-Raum nun auch daraus resultierend aus der Krise nur langsamer wieder herausfinden wird.

Da wundert es nicht, dass auch auf das zweite Konjunkturpaket, das die Bundesregierung nun geschnürt hat, recht zweifelnd reagiert wurde. Kommentare, dass mit diesen Kleckerbeträgen dem Euro nicht wirklich dauerhaft zu helfen sei, sind häufig zu lesen.

Ist aber die Politik der USA wirklich erfolgreicher und sinnvoller in der Krise?

Die Logik, die sich aus den Erwartungen hinsichtlich der Krise für den Euro-Raum und die USA zeigt, lässt darauf schließen, dass die Währungen zur Zeit für Anlagen sehr attraktiv sind, in denen in fiskalischer und geldpolitischer Hinsicht die meiste Pumperei betrieben wird. Dazu wird verglichen, welche privatwirtschaftlich gearbeiteten Überstunden in den USA im Vergleich zum Euro-Raum abgeleistet wurden. Auch Einzelhandelsumsätze und Sparquoten werden nun einem genauen Vergleich unterzogen. Und so stellt sich dann natürlich auch die Frage schnell, ob Europa oder Amerika überhaupt grundsätzlich Fiskalprogramme benötigt, um aus der Rezession halbwegs unbeschadet hervorzugehen?

Eine weitere Frage wird oftmals heiß diskutiert und die lautet dann dahin, ob eher in Europa oder in Amerika der Mechanismus der geldpolitischen Transmission erledigt ist.

Bei Anlegern wird inzwischen schon davon ausgegangen, dass nämlich klassisch betriebene Zinspolitik der Wirtschaft überhaupt nicht mehr die erforderlichen Impulse verleiht, weil auch auf Amerika geschaut wird, wo Geld gedruckt wird, was die Druckmaschinen hergeben.

Ist die Transmission in geldpolitischer Hinsicht in Europa etwa kaputt, nur weil nicht mit den gleichen Mitteln gearbeitet wird wie in den USA und die Entscheidungen etwas zögerlicher und sparsamer in der Gesamtheit ausfallen?

Auch wenn im Euroraum einige Firmen und auch Verbraucher des Mittelmeerraumes sich Ausschweifungen erlauben, wird vermutlich nicht geschehen, was die Fed für die USA befürchtet, nämlich dass an gesunde und starke Unternehmen und an die Privatwirtschaft durch ein gesundes Bankensystem keine Darlehen mehr vergeben werden. Und auch die Vermutung, dass nun alle Kunden als weder kreditwürdig noch zahlungswillig angesehen werden in der Zukunft, das dürfte wohl ein etwas hochgestecktes Argument sein, das eher nicht haltbar ist.

Keiner behauptet, dass der Euro-Raum völlig ungeschoren aus der Krise hervorgeht. Aber die Behauptung, dass lediglich die USA über das einzig wahre System verfügen, die Krise im Zaum zu halten, das darf wohl auch bezweifelt werden, oder?

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19. Januar 2009