Der Abwärtstrend im Bankenbereich geht weiter. Und da sind scheinbar jetzt neue Opfer in den Strudel, der nach unten zieht, mit hereingeraten. Die Bank of America ist jetzt ein neues Opfer der Krise. Obwohl bisher in Fachkreisen schon fast darauf geschworen wurde, dass die Bank of America als Gewinner aus der Krise hervorgehen wird, ist jetzt von hier auf der Hilferuf an die Regierung herangehallt. Sehr überraschend für Fachleute.

Der größte Finanzkonzern aus den USA, zumindest ausgehend von der Bilanzsumme, braucht jetzt die Stütze vom Staat – und die fällt dann auch nicht einmal knapp bemessen aus. Es sind runde 20 Milliarden Dollar, die die Bank of America benötigt, um aus der Krise unbeschadet herauszufinden.

Warum braucht aber ein Finanzkonzern, dem es doch bis vor kurzem noch gut ging, nun die Unterstützung?

Da hat man sich wohl in finanzieller Hinsicht etwas übernommen. Die Investmentbank Merrill Lynch wurde erst vor sehr kurzer Zeit übernommen und daraus haben sich hohe Verluste ergeben für die Bank of America. Aufgrund dieser Verluste ist nun ein Vorziehen der Quartalsbilanz geplant. Und trotz des starken Gewinneinbruchs, der dann im letzten Quartal 2008 erreicht wurde, sehen Analysten aufgrund der vorherigen Entwicklungen dann noch ein Plus als möglich an – auch wenn das wirklich knapp bemessen sein dürfte.

Jetzt soll die Bank of America eine Finanzspritze erhalten, die in Milliardenhöhe ausfällt und die aus dem Rettungsfonds entrichtet wird, den die US-Regierung eingerichtet hat im Rahmen der Finanzkrise. Eine richtige Marathonsitzung war es offenbar, die dann zu einer Einigung führte. In Washington fanden die Verhandlungen statt, bei denen das zweite Hilfspaket in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar durch neues Kapital sowie auch Garantien in einer Höhe von bis zu 118 Milliarden US-Dollar aus problematischen Anlagen gewährt werden für die Bank of America.

Schon zuvor hatte die Bank of America Geld aus dem Rettungsfond erhalten. Da waren es dann 25 Milliarden US-Dollar, von denen die zweite Hälfte dann am Donnerstag durch den Kongress zur Auszahlung an die Bank freigegeben wurde und die dann Barack Obama zur Verfügung stehen wird, der am Dienstag sein Amt antreten wird.

350 Milliarden Dollar wurden bereits durch die Regierung unter George W. Bush vergeben, seit der Fonds am 3. Oktober eingerichtet wurde. Und die Sorgen des Finanzministers Henry Paulson, dass nämlich die Übernahme von Merrill-Lynch noch im letzten Moment platzt und dann das Finanzsystem nachfolgend weiter belastet, scheinen wohl auch nicht ganz unbegründet. Um diesem Risiko vorzubeugen, wird also weiter Geld gepumpt.

Die Pleite von Lehmann Brothers im Jahr zuvor zeigt, wie schnell ein Kollaps einer großen Bank möglich ist und diese Pleite ist als Schreckensszenario noch allen in guter Erinnerung.

Die Regierung weiter ihren Einfluss auf die US-Finanzkonzerne bedingt durch die Rettungspakete, die derzeit einen Umfang von rund 700 Milliarden Dollar haben, natürlich massiv aus. Noch nicht wirklich lange ist es schließlich her, dass sich Washington mittels 20 Milliarden Dollar Hilfe dann an der Citigroup beteiligt hat und damit einen Rettungsring für den Konzern ausgeworfen hat, der rund 300 Milliarden Dollar schwer ist. Und jetzt übt die Regierung massiven Druck aus und möchte die Citigroup massiv verkleinern.

Diese Nachrichten kamen an der Wall Street überhaupt nicht gut an – geschockte Reaktionen waren zu verzeichnen. Prompt gaben die Papiere der Citigroup nach. 15 Prozent Verluste waren zu verzeichnen für den einstmals weltgrößten Finanzkonzern. Und auch die Bank of America hat nun Verluste zu verzeichnen, die schon bei 18 Prozent liegen. 

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16. Januar 2009