Am heutigen Handelstag konnte die europäische Gemeinschaftswährung wieder kräftig ihren Wert steigern. Abermals profitierte sie von den sehr schwach ausgefallenen Konjunkturdaten aus den USA. Am späten Nachmittag erreichte der Euro einen Wert von 1,3756 Dollar. Die Europäische Zentralbank legte am heutigen Dienstagmittag den Referenzkurs für das Währungspaar EURUSD mit 1,3690 Dollar bzw. 0,7305 Euro fest. Am Montag lag zum Vergleich der Referenzkurs bei 1,3510 Dollar bzw. 0,7402 Euro.

Am Nachmittag wurde der Dollar vor allem durch die erneuten sehr schlecht ausgefallenen Zahlen des amerikanischen Häusermarktes unter Druck gesetzt. Im November sind die Baubeginne in den Vereinigten Staaten auf 625.000 Einheiten gesunken. Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen fiel auf 616.000. Damit hat der US Immobilienmarkt einen neuen und historischen Negativrekord aufgestellt. Die Zahlen sind wesentlich schlechter ausgefallen, als von den Experten zunächst angenommen. Der Bestand der zu verkaufenden Häuser in den USA hat sich weiter erhöht, so dass derzeit weniger gebaut wird. Bei einem so geringen Neubauvolumen ist der gesamte Häuserbestand allgemein betrachtet rückläufig. Für den Immobilienmarkt bedeutet das eine kleine Erholung, da davon auszugehen ist, dass sich die Immobilienpreise mittelfristig stabilisieren werden. Der Dollar reagiert auf die Zahlen mit einem entsprechenden Wertverlust gegenüber dem Euro.

Dazu kommt noch die ungewisse Zukunft der Automobilindustrie sowie die für heute Abend erwartete Ankündigung der Federal Reserve zur Leitzinsentscheidung. Einige Analysten erklären den Kursanstieg des Euros auch mit dem vorhergehenden starken Fall der europäischen Gemeinschaftswährung. Über einen Monat verlor der Euro gegenüber dem Dollar kontinuierlich an Wert, bis er sich Mitte letzter Woche wieder fangen und an verlorenen Boden wieder gut machen konnte. Vor dem Hintergrund des nahenden Jahresende investieren gegenwärtig viele Anleger in den Euro, so die Meinung einiger Forex-Experten.

Seit Tagen fiebern Marktteilnehmer und Ökonomen der heutigen Leitzinsentscheidung der amerikanischen Notenbank entgegen. Zur Zeit liegt der Leitzins in den Vereinigten Staaten bei 1,00 Prozent. Analysten und Experten erwarten eine Zinssenkung um 50 Basispunkte auf 0,50 Prozent. Allerdings ist im November die Inflationsrate der Vereinigten Staaten deutlich gesunken. Daher sind auch größere Zinssenkungen wahrscheinlich, sogar eine Absenkung auf Null Prozent halten einige Ökonomen für realistisch. Vor allem der Euro wird massiv von der Zinssenkung profitieren. Nach der eindringlichen Warnung vor weiteren Leitzinssenkungen aus dem Umkreis der Europäischen Zentralbank, erwartet derzeit niemand eine Absenkung der europäischen Leitzinsen. Auch vom jetzigen Zinsniveau in den USA ist der Euroraum noch weit entfernt. Gegenwärtig beträgt der europäische Leitzins 2,50 Prozent.

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17. Dezember 2008