Gestern war ein denkwürdiger Tag den an den Forex- und Aktienmärkten. Die mit Spannung erwarteten Leitzinsentscheidungen der Bank of England und der Europäischen Zentralbank wurden während des heutigen Handelstags bekannt gegeben. Die europäische Gemeinschaftswährung konnte von den verkündeten Leitzinssenkungen aber erst gestern Nachmittag profitieren. Dann allerdings legte der Euro kräftig gegenüber dem Dollar zu. Ausgelöst hatte diese Aufholjagd nicht die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die Leitzinsen um 75 Basispunkte auf 2,50 Prozent zu senken. Diese Entscheidung wurde schon am frühen Nachmittag bekannt gegeben. Die starke Erholung wurde erst von den Aussagen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, zur weiteren Geldpolitik der Notenbank, ausgelöst. Im Vorfeld wurde spekuliert, dass Trichet neue Zinsschritte andeuten könnte. Gegen Ende des europäisch geprägten Devisenhandels hat sich der Euro um die 1,27 Dollar Marke eingependelt. Am Morgen hatte die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,2548 Dollar bereits den tiefsten Stand des Tages erreicht. Am späten Nachmittag kostete der Euro zuletzt 1,2714 Dollar.

Die meisten Analysten bewerten die Entscheidung, den Leitzinssatz um 75 Basispunkte zu senken als positiv. In diesen Tagen steht die Europäische Zentralbank, was größere Zinssenkungen angeht, in einer Linie mit der Bank of England (Senkung um 100 Basispunkte) und der schwedischen Riksbank, die den Leitzinssatz um ganze 175 Basispunkte auf 2,00 Prozent senkte. Allerdings hatte die Bekanntgabe der Zinssenkung am frühen Nachmittag kaum einen direkten Einfluss auf den Euro an den Forex-Märkten.

Der Greenback des Euros wurde am gestrigen Nachmittag von der amerikanischen Notenbank zusätzlich unter Druck gesetzt. In einer Rede hatte Bernanke, Präsident der Federal Reserve, angedeutete, dass die US Notenbank wohl weitere Mittel zur Verfügung stellen werden, um das Wirtschafts- und Finanzsystem der Vereinigten Staaten zu stabilisieren. Verschärfend auf den Forex-Markt wirkte sich auch die Anhörung der Automobilkonzerne vor dem Senat auf die Forex-Märkte aus. Die amerikanische Automobilbranche musste zuletzt Rekordverluste hinnehmen und versucht nun ein Teil von dem Rettungs- und Konjunkturpaket der amerikanischen Regierung zu erhalten. Die Anleger hielten sich mit Investitionen in den Dollar zurück. Nach Meinung einiger Analysten scheint die Finanzkrise in den USA noch um einiges stärker zu sein als es die amerikanische Währung gegenwärtig widerspiegelt.

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05. Dezember 2008