Im Devisenhandel zeigen sich einige ungewöhnliche Aspekte und Begriffe, die ohne Erklärung ziemlich erstaunen können. Einer dieser Begriffe ist die Bezeichnung Candlestick. Wie im internationalen Markt üblich sind die meisten Begriffe englische Bezeichnungen. Candelstick bedeutet soviel wie Kerzenhalter, kann aber im Zusammenhang eher mit Kerzenmuster, oder auch einfach nur Muster übersetzt werden. Diese Muster können mithilfe analytischer Methoden aus den Devisencharts, welche die Änderung der Devisenkurse angeben, quasi heraus gezogen werden. Die einzelnen Candelsticks werden in unterschiedliche Gruppen eingeteilt, so versteht man unter Doji, wenn kaum ein Unterschied zwischen Schluss und Eröffnung des Marktes besteht. Die Identifikation eines Doji ermöglicht neue Schlussfolgerungen. Ein Hammer lässt sich anhand eines starken Abstiegs zum Eröffnungskurs und einer Erholung zum Schlusskurs erkennen, ein umgekehrter Hammer verhält sich natürlich dementsprechend anders, kann durch im Zusammenhang mit weiteren Faktoren zu einem speziellen Doji oder einer Sternschnuppe umgedeutet werden. Das spezielle Doji wird auch Gravestonedoji genannt und gilt als sicherer, als eine Sternschnuppe. Die gerade genannte Sternschnuppe verhält sich ähnlich wie der umgekehrte Hammer, mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass der Kurs nicht nur wieder auf den Eröffnungskurs fällt, sondern ein Stück darunter den Tageskurs abschließt. Eine weitere ungewöhnliche Bezeichnung aus der Reihe der Candlesticks findet sich bei den „drei weißen Soldaten“, die häufig eine Trendumkehr andeuten. Seltsamer klingen auch die „drei schwarzen Krähen“, die Bezeichnung für ein besonderes Muster im Markt. Zu Verwechslungen führen außerdem häufig Begriffe wie Euro und Euromarktgelder, da Laien diese Begriffe gerne gleichsetzen, obwohl das Euromarktgeld dadurch definiert ist, dass sich der Euro auf einem Konto außerhalb der Eurozone befindet. Nicht nur Begriffe aus dem Devisenmarkt wirken ungewöhnlich, auch gewisse Aspekte und Effekte. Zum Beispiel ist es erstaunlich, dass mit einem geringen Eigenkapital in Extremfällen bis zum 400fachen der vorhandenen Geldmittel im Markt investiert werden kann. Begründet wird diese Hebelwirkung in den niedrigen Margins und dem hohen Einsatz von Fremdkapital. Broker bieten Margin-Konten an, bei denen nur eine Sicherheitsleistung, das Margin, hinterlegt werden muss und in einem gewissen Verhältnis vom Broker zur Verfügung gestelltes Fremdkapital eingesetzt werden kann. Die niedrigen Margin-Sätze liegen in den durchschnittlichen Marktänderungen begründet, die nicht so Stark sind wie beim Aktienmarkt, und der hohen Liquidität des Forex, denn zu jederzeit kann überall auf der Welt ein Handelspartner gefunden werden. Beschäftigt man sich zum ersten mal mit dem Forex, erschließt sich schnell das System: Ein Währung soll billig eingetauscht werden und teuer wieder zurück getauscht werden, also nachdem der Kurs gestiegen ist, doch auch durch fallende Kurse lässt sich am Forex Geld verdienen. Viel beworben ist die Besonderheit des Forex, dass er fast völlig frei von Gebühren oder versteckten Kosten ist, denn für die einzelnen Transaktionen muss nicht gezahlt werden, doch an anderer Stelle verschwindet der Vorteil zum Teil trotzdem wieder und zwar durch die Spreads. Die Kurspannen entstehen durch die Differenz zwischen dem Ankaufs- und Verkaufspreis einer Währung, wenn sich der Kurs zwischenzeitlich nicht verändert. Angegeben werden die Spreads durch die zweifache Wechselkursangabe im Zusammenhang mit den Währungspaaren. Nur wer sich mit der Terminologie und den Eigenarten des Forex beschäftigt, kann den Devisenmarkt auch verstehen.

Teile und hab Spaß Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
12. Oktober 2008